Von SUVA-Absturzsicherung über SIA-Normen bis zum Energiegesetz — welche Standards ein geprüfter Dachdeckerbetrieb erfüllen muss.
Kurz gesagt: Schweizer Dachdeckerbetriebe unterliegen strengen Qualitätsstandards — von der SUVA-Absturzsicherung über die SIA-Normen 232 (Steildach) und 271 (Abdichtung) bis zu den Polybau-Berufsstandards und dem Energiegesetz (MuKEn 2014). Alle Partnerbetriebe auf suche-dachdecker.ch werden auf die Einhaltung dieser Standards geprüft, bevor sie Offerten an Kunden stellen dürfen.
Dacharbeiten gehören zu den anspruchsvollsten und gefährlichsten Tätigkeiten im Baugewerbe. Entsprechend streng sind die Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen, die an Dachdeckerbetriebe in der Schweiz gestellt werden. Die folgenden sechs Standards bilden den Rahmen, an dem sich professionelle Betriebe orientieren — und an dem Sie als Auftraggeber die Qualität eines Dachdeckerbetriebs messen können.
Bei der Auswahl unserer Partnerbetriebe prüfen wir die Einhaltung dieser Standards systematisch. Nur Betriebe, die alle Kriterien nachweislich erfüllen, werden auf suche-dachdecker.ch zugelassen. So stellen wir sicher, dass Sie Offerten von qualifizierten und zuverlässigen Fachbetrieben erhalten — unabhängig von der Region.
Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) reguliert die Arbeitssicherheit auf Schweizer Baustellen mit besonderer Strenge im Bereich der Absturzsicherung — denn Abstürze vom Dach gehören zu den häufigsten und schwersten Arbeitsunfällen im Baugewerbe. Ab einer Absturzhöhe von 2 Metern sind Sicherungsmassnahmen obligatorisch. Dazu gehören ein durchgehender Seitenschutz am Gerüst (dreiseitig, mit Geländer-, Zwischen- und Fussliste), persönliche Schutzausrüstung wie Auffanggurte bei Arbeiten ohne Seitenschutz, gesicherte Dachöffnungen und -durchbrüche sowie rutschfeste Laufwege auf dem Dach. Die SUVA führt regelmässig unangekündigte Baustellenkontrollen durch. Bei Verstössen gegen die Sicherheitsvorschriften drohen Bussgelder, Baustellenstilllegungen und im schlimmsten Fall strafrechtliche Konsequenzen. Alle Partnerbetriebe auf suche-dachdecker.ch sind bei der SUVA registriert und verpflichten sich zur Einhaltung sämtlicher Sicherheitsvorschriften.
Die Norm SIA 232 ist das zentrale Regelwerk für Steildächer in der Schweiz. Sie definiert die Anforderungen an die gesamte Dachkonstruktion: vom Unterdach über die Lattung bis zur Eindeckung. Wesentliche Inhalte umfassen die Anforderungen an die Regensicherheit und Winddichtigkeit, Vorgaben für die minimale Dachneigung je Eindeckungsart, Anschlussdetails an Kamine, Dachfenster und Durchdringungen, Anforderungen an Schneefangsysteme in schneereichen Gebieten sowie Lüftung und Hinterlüftung der Dachfläche. Für den Hauseigentümer ist die SIA 232 relevant, weil sie den Standard definiert, den ein fachgerechtes Steildach erfüllen muss. Wenn ein Dachdecker nach SIA 232 arbeitet, können Sie davon ausgehen, dass alle wesentlichen Qualitätskriterien berücksichtigt werden. Verstösse gegen die Norm können bei Schadensfällen zu Haftungsproblemen führen — sowohl für den Handwerker als auch für den Bauherrn, der einen unqualifizierten Betrieb beauftragt hat.
Die Norm SIA 271 regelt die Abdichtung von Bauwerken und ist besonders für Flachdächer von zentraler Bedeutung. Sie definiert die Anforderungen an Abdichtungsmaterialien (Bitumenbahnen, Kunststoffbahnen, Flüssigkunststoff), die Ausführung von Detailanschlüssen und Randabschlüssen, die Entwässerung und Gefälleausbildung, den Aufbau von begrünten Flachdächern sowie die Anforderungen an begehbare Dachflächen. Die korrekte Anwendung der SIA 271 ist entscheidend für die Langlebigkeit eines Flachdachs. Fehler in der Abdichtung — insbesondere an Durchdringungen, Randanschlüssen und Entwässerungspunkten — sind die häufigste Ursache für Wasserschäden bei Flachdächern. Ein nach SIA 271 arbeitender Dachdeckerbetrieb führt zudem eine Abnahmeprüfung durch und dokumentiert die ausgeführten Arbeiten — eine wichtige Grundlage für allfällige Garantieansprüche.
Polybau ist die Berufsorganisation der Schweizer Gebäudehüllenbranche und verantwortet die Ausbildung, Weiterbildung und Qualitätssicherung im Dachdeckergewerbe. Die Polybau-Zertifizierung ist ein Gütesiegel, das bestätigt, dass ein Betrieb qualifizierte Fachkräfte beschäftigt, regelmässige Weiterbildungen besucht und aktuelle Normen und Richtlinien einhält. Die Grundausbildung umfasst den Beruf des Polybauers/der Polybauerin EFZ (3 Jahre) mit den Fachrichtungen Dachdecker, Abdichter und Fassadenbauer. Darauf aufbauend gibt es die Berufsprüfung zum Polybau-Vorarbeiter und die Höhere Fachprüfung zum Polybau-Meister. Polybau bietet zudem Fachkurse zu spezifischen Themen wie Flachdachbegrünung, Solarintegration und Arbeitssicherheit an. Betriebe mit Polybau-Zertifizierung investieren nachweislich mehr in die Qualität ihrer Arbeit und die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden.
In der Schweiz ist das Dachdeckerhandwerk ein anerkannter Lehrberuf. Die dreijährige Grundausbildung zum Polybauer/zur Polybauerin EFZ vermittelt fundierte Kenntnisse in den Bereichen Steildach, Flachdach und Fassade. Ergänzt wird die Grundausbildung durch die zweijährige Attestausbildung (EBA) für Polybau-Praktiker. Auf der Stufe der Höheren Berufsbildung stehen die Berufsprüfung (Polybau-Vorarbeiter) und die Höhere Fachprüfung (Polybau-Meister/Polybau-Meisterin) zur Verfügung. Ein Polybau-Meister verfügt über umfassende Kenntnisse in Bauphysik, Baukonstruktion, Kalkulation und Mitarbeiterführung — er ist qualifiziert, anspruchsvolle Dachprojekte eigenverantwortlich zu planen und auszuführen. Wenn Sie einen Dachdeckerbetrieb beauftragen, achten Sie darauf, dass der Betriebsleiter oder Projektleiter mindestens über eine Berufsprüfung verfügt.
Die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn 2014) definieren schweizweit verbindliche Mindestanforderungen an die energetische Qualität von Gebäudehüllen — und damit auch an Dächer. Bei einer Dachsanierung müssen die Anforderungen an den U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) eingehalten werden. Für Steildächer liegt der maximale U-Wert bei 0.25 W/(m²K), für Flachdächer bei 0.25 W/(m²K). Das entspricht einer Dämmstärke von mindestens 16 bis 20 cm, je nach Dämmmaterial. Kantone, die die MuKEn 2014 bereits umgesetzt haben, gewähren in der Regel Förderbeiträge für energetische Dachsanierungen — diese können CHF 40.— bis CHF 100.— pro Quadratmeter betragen und die Amortisationszeit der Mehrinvestition erheblich verkürzen. Unsere Partner kennen die kantonalen Vorschriften und beraten Sie zur optimalen Kombination von Pflichterfüllung und Fördermittelausschöpfung.
Bevor Sie einen Dachdeckerbetrieb beauftragen, sollten Sie folgende Punkte prüfen — auf suche-dachdecker.ch haben wir diese Prüfung bereits für Sie durchgeführt: